Laborkatzen


Labor-Katzen”, was kann man sich darunter vorstellen? - Nun, wir versuchen die Erklärung einmal am “Kölner Modell”:

 

Das „Kölner Modell" ist eine Einrichtung zur Abgabe ehemaliger Versuchstiere an Privatpersonen, die gemeinsam von Personen aus dem Tierschutzbereich und tierexperimentell arbeitenden Wissenschaftlern in Köln ins Leben gerufen worden ist.

 

 

Bei den vermittelten Tieren handelt es sich fast ausschliesslich um Hunde und Katzen, die von verschiedenen Pharmafirmen an ein Tierheim oder einen Tierschutzverein zur Weitervermittlung abgegeben werden. Diese Tiere wurden vorher von Tierärzten eingehend auf ihren Gesundheitszustand untersucht und sind geimpft - die Katzen ausserdem kastriert.

 

 

In den meisten Fällen wurden an diesen Tieren Untersuchungen zur Erforschung und Entwicklung von Tierarzneimitteln gegen parasitäre Erkrankungen durchgeführt. Etwa 70 % dieser Untersuchungen sind für die Zulassung dieser Medikamente von den Behörden vorgeschrieben.

 

Während in den ersten Jahren nur sehr wenige Tiere in das „Kölner Modell" gegeben wurden, ist diese Zahl in den letzten Jahren auf mehr als hundert Tiere pro Jahr angewachsen.

 

Der Tierschutzverein Wermelskirchen z.B. rettet seit 1989 Labortiere und ist glücklich darüber, so vielen helfen zu können. Der Vorstand wünscht sich, dass flächendeckend in ganz Deutschland Tierschutzvereine Kontakt mit den Pharmafirmen in ihrer Umgebung aufnehmen, um das Gleiche zu tun wie der Tierschutzverein Wermelskirchen:

 

Retten, was zu retten ist. Das geht nur im Dialog, nicht mit spektakulären Aktionen. Das Kölner Modell hat sich bewährt.

 

Die Tiere, die über das Kölner Modell vermittelt werden, sind meistens schon ausgewachsen, manchmal werden sogar Welpen abgegeben. Einige der Tiere werden erst mit 10 oder 12 Jahren von diesem Schicksal erlöst.

 

Bei Übergabe der Tiere an uns erhalten wir alle bekannten Informa-tionen über das Verhalten der Tiere sowie Alter, Impfbuch, den letzten Bluttest in Schriftform und auch, welche Versuche mit den Tieren durchgeführt wurden. Insbesondere verlassen nur gesunde Tiere das Labor.

 

Das Vorurteil, Labortiere seien doch sowieso alle gestört, ist ein großer Irrtum, den wir ganz klar widerlegen können. Denn Besitzer eines solchen Labortieres, haben ganz andere Erfahrungen gemacht. Diese Katzen sind Traumkatzen!

 

 

Nicht vergessen sollte man jedoch, dass die Tiere - ausser dem Labor, dem Katzenklo, Kratzbaum und Katzenspielzeug - nichts vom “normalen” Leben kennen. Dennoch sind sie in aller Regel - hier ganz besonders die älteren Katzen - nach einer sehr kurzen Eingewöhnungszeit - unglaublich verschmust und menschenbezogen. Und alles, was sie bislang nicht kannten, lernen sie in einer ebenso unglaublichen Geschwindigkeit!

 

In jedem Fall lohnt es sich, ein solches Tier zu adoptieren!

 

 

 

Laborkater "Fuzzi"

 

Mitte Dezember 2009 durfte der ehemalige Laborkater “Fuzzi” das Labor verlassen. Etwa 4 Wochen verbrachte er auf einer Pflegestelle, bevor er in sein endgültiges Zuhause umziehen durfte.

Sein bisheriges Leben (1 1/2 Jahre), hatte er im Dienste der Wissenschaft verbracht und mit seinen Katzenfamilie voraallem Floh- undWurmmittel getestet. Er kannte nur einen Raum, weiß gefließt ohne Blick nach draußen und ein wenig Spielzeug.

 

Nun hatte er das erste Mal ein ganzes Haus zur Verfügung; der Blick nach draußen: erst grün, dann plötzlich weiß. Menschen, die sich nicht nur für wenige Minuten täglich mit ihm beschäftigen... so etwas muss erstmal verarbeitet werden.

 

 

Den Katzen muss nun erst einmal gezeigt werden, dass Zweibeiner auch schmusen können und nicht nur blöde Sachen mit einem anstellen. Auch Fuzzi musste das erst lernen.

 

Was aber alle Laborkatzen gemeinsam haben, ist ihr absolut liebes Wesen; insbesondere anderen Tieren gegenüber. Weder auf der Pflegestelle noch in seiner neuen Familie mit 8 weiteren Katzen hat er niemals eine andere Katze angefaucht.

 

Im Gegenteil: Immer und immer wieder versuchte Fuzzi, Kontakt mit den anderen Katzen aufzunehmen und er hat es innerhalb einer Woche geschafft, dass selbst die “Oberzicke” Llilly ihm Nasenküsschen gibt.

 

Was das Wesen einer Laborkatze aber am Besten beschreibt, sind diese Bilder: