Katzenmutter mit 2 Kitten in grausamer Verfassung

Eigentlich wollte ich heute die ausstehenden Berichte schreiben und veröffentlichen. Ich habe mich extra beeilt, alles fertigzubekommen und saß pünktlich um 10 Uhr im Büro, wollte gerade in die Tasten hauen, als mein Blick auf das Handy fiel, dass ich auf dem Schreibtisch liegengelassen hatte ...

 

Es zeigte einen Anruf in Abwesenheit, also erst einmal hören, wer was von mir möchte und die Rückruftaste gedrückt.

 

Im Verlauf des Gespräches stellte sich dann heraus, dass vor einiger Zeit eine Katze in die Halle auf einem Firmengelände eingezogen war. In der Halle stehen u.a. ein alter VW-Käfer und ein Wohnmobil.

 

Zufällig fand der Firmenbesitzer in dem VW-Käfer dann vor einiger Zeit eine Katze mit zwei Kitten, die die Augen noch geschlossen hatten. Nachdem er die kleine Familie entdeckt hatte, schnappte sich das Muttertier dann in einem unbeobachteten Moment ihre Kitten und zog in das Wohnmobil ein, wo der Mann sie nach einiger Zeit dann aber auch entdeckte.

 

Die beiden Kleinen sahen propper aus, die Mutterkatze jedoch nicht und so bat er bei Tierarztpraxis Dr. Renner um Hilfe, wobei die Mädels am Empfang ihn an uns verwiesen.

 

Wir verabredeten uns dann für 12 Uhr an der Halle, wo er mir erst einmal die Tiere zeigte. Mütterchen fauchte natürlich erst einmal - schließlich sorgte sie sich um ihre Kitten. Die Katze sah aus, als hätte sie riesige Höcker auf den Schultern. Es war mir klar, dass sie völlig verfilzt war. Teilweise hatte sie sich die Platten schon von der Haut gerissen. Das waren die Wunden, die der Firmenbesitzer beschrieben hatte.

 

Die Kitten waren schnell in eine Transportbox umgezogen. Bei der Mama dauerte es etwas länger. Sie musste mit dem Netz in dem Wohnmobil eingefangen werden, war aber ansonsten sehr lieb und versuchte nicht einmal, zu beißen.

 

Mit der kleinen Familie ging es dann auch direkt in die Tierarztpraxis. Es war sehr voll und eigentlich gar keine Zeit, aber dennoch machten die Praxismitarbeiter es möglich, eine Lücke zu finden.

 

Nachdem wir vorsichtig die Transportbox auseinandergenommen hatten, wurde die Katze erst einmal vorsichtig untersucht. Dann ging es an die Fellplatten, die - da die Katze noch säugt - ohne Narkose entfernt werde mussten. Insgesamt 1,5 Stunden dauerte die Aktion, bis es soweit war, dass der größte Teil der Verfilzung entfernt war. Die Katze schnurrte dabei laut, manchmal brummte sie auch etwas lauter, wenn es zu weh tat. Aber insgesamt ließ sie die ganze lange Prozedur über sich ergehen, ohne sich auch nur einmal zu wehren. Am Ende wurden dann auch noch die Zecken gezogen und insgesamt ging es ihr schon viel besser.

 

Hier einige Bilder von der Aktion:

 

 

Das sind übrigens die beiden Höcker, die sie auf den Schulterblättern hatte - von vorn und von hinten fotografiert. Das ist eine einzige riesige Fellplatte. Die Wunden darunter nässten bereits. Das letzte Bild zeigt die Menge, die insgesamt im ersten Durchgang entfernt werden musste:

 

 

Nach der Aktion kam die kleine Familie auf eine Pflegestelle und dort in das ruhigste Zimmer. Die Kitten stürzten sich direkt auf die Milchbar und Mama frass etwas später eine große Portion. Nun liegen sie alle gemütlich aneinander gekuschelt und schlafen. Das war ja auch ein anstrengender Tag.

 

Die Mama vertraut mir schon völlig und ich darf auch die Kitten auf den Arm nehmen, ohne dass sie einen Ton dazu sagt.