Özdere / Türkei



Özdere ist eine Stadt an der türkischen Agäisküste in der Provinz Izmir. Dort leben etwa 13.500 Einwohner.

Özdere ist etwa 40 km südlich vom Flughafen Izmir und 38 km westlich von Kusadasi entfernt.

 

In Özdere, an einem Hang mit Blick auf das Meer, befindet sich das (städtische) Tierheim von Özdere.

Gegründet wurde das Tierheim Özdere auf Initiative des örtlichen Veterinärs Adem Görgülü und war ursprünglich als reines Rehabilitationszentrum für Straßenhunde geplant, die eingefangen, kastriert, geimpft, nötigenfalls medizinisch versorgt und mit einer Marke im Ohr am Fundort wieder freigelassen werden sollten, um den stetig steigenden Zahlen streunender Hunde zumindest ein wenig entgegenzuwirken. Dafür wurde ein Grundstück der Gemeinde zur Verfügung gestellt und anfänglich flossen auch die versprochenen Gelder, um ein Freigehege, vier Separationsgehege und einen OP-Raum auf diesem Grundstück zu errichten.

Schnell wurde aus dem engagierten Projekt jedoch eine beliebte Abgabestelle für unliebsame Hunde, ungewollte Welpen und störende Straßenhunde und ist mittlerweile eine völlig überlastete Auffangstation geworden. Auch die laut Gesetz zustehenden finanziellen Leistungen der Gemeinde schrumpften im Laufe der Zeit immer mehr, so dass sich der Teufelskreis von immer mehr Hunden und immer weniger Hilfe weiter schloss.

Ein noch größeres Problem stellt allerdings die Ignoranz dar, die solchen Projekten vom Großteil der Einheimischen wie auch der zuständigen Gemeinde entgegengebracht wird. Denn auch dort sieht man die Notwendigkeit von Kastrationen, aktiver Tierhilfe und insbesondere deren finanzielle Unterstützung überhaupt nicht ein.

Es gibt einen Amtsveterinär, der offiziell zuständig ist und die Tiere eigentlich auch behandeln müsste. Aber auch das passiert nicht oder nur sehr unzureichend.  Geimpft wird seitens des Amtsveterinärs maximal gegen Tollwut; Kastrationen werden leider ebenfalls nicht durchgeführt, so dass sich die Tiere auch im Tierheim weiter vermehren.

Früher hatte das Tierheim insgesamt 7 Angestellte, die sich um die Hunde kümmerten. Nach den Neuwahlen im Dezember 2008 stellte der neue Bürgermeister die Unterstützung komplett ein. Seit 2011 kümmert sich nun Ahmet, ein MItarbeiter der von der Stadt bezahlt wird, um ca. 70 Hunde, die verteilt auf zwei Rudeln auf Freiflächen gehalten werden.

 

Um diesen Hunden helfen zu können, gründete Özden Omay den Tierschutzverein "MeSaHayKoDer". Insbesondere durch die Beharrlichkeit  von Özden hat der Verein den Status, im Tierheim agieren können. Özden ist dort jedoch nur geduldet und man muss oft sehr diplomatisch vorgehen.

 

Diese ganze Politik hat dazu geführt, dass es seit Sommer 2011 auch das Grundstück in Payamli, etwa 25 km von Özdere entfernt, gibt. Auf der dortigen "Ranch" leben durchschnittlich 25 Hunde. Bei diesen Hunden handelt es sich um "Flaschenkinder", Unfallhunde und behinderte Hunde, die auf der Straße nicht überleben würden und absolute Betreuung brauchen.

Die "Ranch" ist so zu einer Außenstelle des Tierheims geworden. Vom Grundsatz her sollen die Hunde natürlich Durchgangsgäste sein, die dann nach erfolgreicher Genesung auch vermitteln werden, soweit das möglich ist.

 

Zusätzlich kümmert sich Özden um unzählige Straßentiere, die sie an festen Futterstellen versorgt und füttert. Die Kosten für Futter und notwendige Medikamente werden hierbei nicht von den Behörden übernommen.